Von Daniel Schulz, residir GmbH · Zuletzt aktualisiert: 14. Oktober 2026
Eine barrierefreie Ferienwohnung ist eine Unterkunft, die Menschen mit Gehbehinderung, im Rollstuhl, mit Seh- oder Hörbehinderung ohne fremde Hilfe nutzen können. Maßstab in Deutschland ist die DIN 18040-2, die zwischen „barrierefrei“ und dem strengeren „rollstuhlgerecht“ unterscheidet. Weil viele Inserate den Begriff frei verwenden, zählen am Ende konkrete Maße, Fotos und eine geprüfte Kennzeichnung.
Dieser Ratgeber erklärt die Begriffe, zeigt, was hinter der Kennzeichnung „Reisen für Alle“ steckt, und gibt Ihnen eine Checkliste sowie Fragen an den Vermieter für die Buchung an die Hand. Am Beispiel München sehen Sie, wie Sie vor Ort mit Bahn, Bus und Hilfsmitteln zurechtkommen. Stand ist Oktober 2026.
In diesem Artikel:
- Was bedeutet barrierefrei?
- Barrierefrei oder rollstuhlgerecht
- Kennzeichnung „Reisen für Alle“
- Checkliste für die Buchung
- Fragen an den Vermieter
- Angebote finden: Stadt, See, Meer
- Barrierefrei unterwegs in München
- Hilfsmittel mieten
- Mit Assistenzhund
- Fazit
- Häufige Fragen
| Begriff | Bedeutung | Für wen geeignet |
|---|---|---|
| Barrierefrei (DIN 18040-2) | Bewegungsflächen 120 × 120 cm, Türen innen ab 80 cm, Schwellen höchstens 2 cm | Gäste mit Rollator, Gehstock, eingeschränkter Beweglichkeit |
| Rollstuhlgerecht („R“) | Bewegungsflächen 150 × 150 cm, Türen ab 90 cm, schwellenlos | Gäste im Rollstuhl |
| Barrierearm | nicht genormt, weniger Hindernisse | nur nach Prüfung der Maße |
| Seniorengerecht | nicht genormt, meist Aufzug und bodengleiche Dusche | ältere Gäste, je nach Ausstattung |
| „Reisen für Alle“ | bundesweite Kennzeichnung mit Prüfung vor Ort | alle, die geprüfte Angaben wollen |
Was bedeutet barrierefrei bei einer Ferienwohnung?
Barrierefrei heißt im Sinne des Behindertengleichstellungsgesetzes, dass Menschen mit Behinderung eine Einrichtung in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe nutzen können. Für Wohnungen konkretisiert die DIN 18040-2 das mit Maßen für Türen, Flure, Bad und Bewegungsflächen. Eine Ferienwohnung barrierefrei zu nennen, ist rechtlich aber nicht geschützt.
Genau darin liegt das Problem bei der Suche. Manche Gastgeber meinen mit barrierefrei, dass es einen Aufzug gibt. Andere haben eine bodengleiche Dusche eingebaut, aber eine Stufe am Hauseingang. Wer auf einen Rollstuhl angewiesen ist, sollte das Wort im Inserat deshalb als Anlass zum Nachfragen lesen, nicht als Zusage.
Barrierearm, seniorengerecht und behindertengerecht
Neben barrierefrei und rollstuhlgerecht tauchen in Inseraten weitere Begriffe auf. Barrierearm und seniorengerecht sind nicht genormt und beschreiben meist eine Wohnung mit wenigen Stufen, Aufzug oder flacher Dusche. Behindertengerecht ist ein älterer Ausdruck, der heute meist durch barrierefrei ersetzt wird. Bei allen drei gilt: Erst konkrete Maße zeigen, ob die Wohnung für Sie passt.

Barrierefrei oder rollstuhlgerecht: der Unterschied nach DIN 18040-2
Die DIN 18040-2 kennt zwei Stufen. Die Grundstufe heißt barrierefrei nutzbar, die strengere Stufe uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbar, in Plänen und Inseraten oft mit „R“ abgekürzt. Eine rollstuhlgerechte Ferienwohnung erfüllt also mehr als eine barrierefreie, nicht umgekehrt.
| Merkmal | Barrierefrei | Rollstuhlgerecht (R) |
|---|---|---|
| Türen in der Wohnung, Bad, WC | lichte Breite ab 80 cm | lichte Breite ab 90 cm |
| Hauseingang | ab 90 cm | ab 100 cm, möglichst automatisch |
| Schwellen | höchstens 2 cm, abgeschrägt | schwellenlos |
| Bewegungsfläche vor Türen, im Bad, in der Dusche | 120 × 120 cm | 150 × 150 cm |
| Platz neben dem WC | einseitig 90 cm | beidseitig 90 cm |
| Waschtisch | unterfahrbar | unterfahrbar |
| Pkw-Stellplatz | 350 × 550 cm | 350 × 550 cm |
Die Zahlen helfen beim Vergleich, ersetzen aber nicht Ihre eigenen Maße. Ein breiter Elektrorollstuhl braucht mehr Platz als ein schmaler Aktivrollstuhl, und wer aus dem Rollstuhl seitlich auf das WC umsetzt, braucht die freie Fläche auf der richtigen Seite. Messen Sie deshalb vor der Reise Breite und Wendekreis Ihres Rollstuhls und vergleichen Sie diese Werte mit den Angaben des Vermieters.
Barrierefreiheit betrifft nicht nur den Rollstuhl. Für Gäste mit Sehbehinderung zählen kontrastreiche Kanten, tastbare Bedienelemente und gute Beleuchtung, für Gäste mit Hörbehinderung ein Rauchmelder mit Lichtsignal und eine Klingel mit Blitzlicht. Auch diese Punkte gehören in die Anfrage.
Kennzeichnung „Reisen für Alle“: geprüft statt behauptet
„Reisen für Alle“ ist das bundesweite Kennzeichnungssystem für barrierefreie Angebote im Tourismus. Entwickelt wurde es vom Deutschen Seminar für Tourismus in Berlin, heute ist die Bayern Tourist GmbH die Bundeskoordinierungs- und Prüfstelle. Eine Selbsteinschätzung des Gastgebers reicht dafür nicht: Geschulte Erheber messen und dokumentieren den Betrieb vor Ort.
- Information zur Barrierefreiheit: Es liegen detaillierte, geprüfte Angaben vor, die Sie selbst bewerten.
- Barrierefreiheit geprüft: Die Kriterien sind für bestimmte Gruppen teilweise oder vollständig erfüllt, vergeben als „teilweise barrierefrei“ oder „barrierefrei“.
- Piktogramme: Sie zeigen, für wen die Kriterien gelten, etwa Gehbehinderung, Rollstuhl, Hör- oder Sehbehinderung, Gehörlosigkeit, Blindheit und kognitive Beeinträchtigung.
- Gültigkeit: drei Jahre, danach werden die Daten aktualisiert.
Der größte Vorteil liegt in den Prüfberichten. Statt „barrierefrei“ steht dort zum Beispiel, wie breit die Badtür ist und wie hoch das WC. Wer eine Ferienwohnung mit dieser Kennzeichnung bucht, kann die Angaben mit den eigenen Maßen abgleichen, statt sich auf eine Beschreibung zu verlassen. Nur wenige Ferienwohnungen tragen die Kennzeichnung, viele Gastgeber geben die Daten aber auf Nachfrage heraus.
Checkliste: woran Sie eine barrierefreie Ferienwohnung erkennen
Die folgenden Punkte decken die häufigsten Hindernisse ab. Nicht jeder ist für jeden Gast wichtig, gehen Sie die Liste mit Ihren eigenen Anforderungen durch.
Zugang, Aufzug und Parkplatz
Am Anfang steht der Weg vom Auto oder der Haltestelle bis zur Wohnungstür. Fragen Sie nach Stufen am Hauseingang, nach einer Rampe und deren Steigung sowie nach der Bodenbeschaffenheit, denn Kies oder Kopfsteinpflaster bremsen Rollstuhl und Rollator. Liegt die Wohnung nicht im Erdgeschoss, braucht es einen Aufzug, dessen Kabine Sie mit Rollstuhl und Begleitperson nutzen können. Als Richtwert für Rollstuhlnutzer gilt eine Kabine von mindestens 110 × 140 cm.
Ein Parkplatz direkt am Haus ist für viele Gäste wichtiger als jeder andere Punkt. Die DIN 18040-2 nennt für einen rollstuhlgerechten Stellplatz 350 × 550 cm, damit die Fahrertür ganz geöffnet werden kann. In Innenstädten gibt es oft nur Straßenparkplätze, klären Sie vorab, ob ein Behindertenparkplatz in der Nähe liegt.
Türen und Schwellen
Fragen Sie nach der lichten Durchgangsbreite aller Türen, besonders von Bad und Schlafzimmer. Balkon- und Terrassentüren haben in älteren Häusern oft eine hohe Schwelle. Auch Teppichkanten, Fußmatten und lose Läufer sind Stolperfallen, die ein Gastgeber vor der Anreise entfernen kann.
Bad: bodengleiche Dusche und Haltegriffe
Das Bad entscheidet am häufigsten über die Buchung. Wichtig sind eine bodengleiche Dusche ohne Kante, ein fester oder klappbarer Duschsitz, eine Einhebelarmatur und ein unterfahrbarer Waschtisch. Am WC helfen Stützklappgriffe, bei rollstuhlgerechten Bädern auf beiden Seiten. Eine Badewanne ist für die meisten Rollstuhlnutzer kein Ersatz für die Dusche.

Schlafzimmer und Bettenhöhe
Neben dem Bett braucht es genug Platz zum Umsetzen. Bei rollstuhlgerechten Wohnungen sieht die DIN 18040-2 an einer Längsseite des Betts eine Bewegungsfläche von 150 cm Tiefe vor. Eine bestimmte Bettenhöhe schreibt die Norm nicht vor, fragen Sie deshalb die Höhe der Liegefläche in Zentimetern ab und vergleichen Sie sie mit der Sitzhöhe Ihres Rollstuhls. Hilfreich ist auch, ob das Bett unterfahrbar ist, damit ein Lifter darunter passt.
Küche, Schalter und Bedienung
In der Küche zählen eine unterfahrbare Arbeitsfläche, ein Herd mit Bedienung an der Front und Schränke in erreichbarer Höhe. Lichtschalter, Steckdosen, Fenstergriffe und das Schlüsselkästchen sollten im Sitzen erreichbar sein. Bei Self-Check-in mit Codeschloss fragen Sie, in welcher Höhe das Tastenfeld hängt.
- Zugang: stufenlos oder Rampe, fester Untergrund, Aufzug ab 110 × 140 cm
- Türen: lichte Breite 80 cm (barrierefrei) bzw. 90 cm (rollstuhlgerecht), keine hohen Schwellen
- Bad: bodengleiche Dusche, Duschsitz, Haltegriffe, unterfahrbarer Waschtisch
- Schlafen: Bettenhöhe in cm, Platz neben dem Bett, Bett unterfahrbar
- Parken: Stellplatz am Haus oder Behindertenparkplatz in der Nähe
- Sicherheit: Notrufmöglichkeit, Rauchmelder mit Lichtsignal bei Hörbehinderung
Fragen an den Vermieter vor der Buchung
Eine gute Anfrage spart Ihnen eine böse Überraschung bei der Ankunft. Schreiben Sie konkret, was Sie brauchen, und bitten Sie um Maße statt um ein „ja, passt schon“. Diese Fragen haben sich bewährt:
- Gibt es zwischen Parkplatz oder Haltestelle und Wohnungstür Stufen, Schwellen oder Steigungen?
- Wie groß ist die Aufzugskabine, und wie breit ist die Aufzugstür?
- Wie breit sind die Türen zu Bad und Schlafzimmer, gemessen als lichte Breite?
- Ist die Dusche bodengleich, wie groß ist sie, und gibt es einen Duschsitz?
- Gibt es Haltegriffe am WC, und auf welcher Seite ist neben dem WC Platz?
- Wie hoch ist das Bett, und wie viel Platz ist daneben?
- Können Sie mir Fotos von Eingang, Bad und Schlafzimmer schicken?
- Wen erreiche ich bei einem Problem während des Aufenthalts, etwa wenn der Aufzug ausfällt?
Lassen Sie sich die Antworten schriftlich geben und heben Sie die Nachricht auf. Stellt sich bei der Anreise heraus, dass zugesagte Merkmale fehlen, haben Sie damit eine Grundlage für eine Lösung mit dem Gastgeber. Auch Geschäftsreisende mit Behinderung stellen dieselben Fragen, etwa wer eine Unterkunft zur Messe München sucht und tagsüber lange Wege auf dem Messegelände in Riem vor sich hat.
Rollstuhlgerechte Ferienwohnung finden: Stadt, See oder Meer
Die Suche ist mühsamer als bei normalen Unterkünften. Große Portale haben Filter für Barrierefreiheit, die Angaben stammen aber meist vom Gastgeber selbst. Wer nur „barrierefrei Ferienwohnung“ in die Suchmaske tippt, bekommt deshalb viele Treffer, von denen nur ein Teil für Rollstuhlnutzer passt. Verlässlicher sind die Datenbank von „Reisen für Alle“ und die Seiten regionaler Tourismusverbände, die geprüfte Angebote gesondert ausweisen.
Besonders gefragt ist die rollstuhlgerechte Ferienwohnung am Meer, an Nord- und Ostsee gibt es inzwischen Strandzugänge mit Matten und Strandrollstühle zum Ausleihen. Auch eine barrierefreie Ferienwohnung am See ist beliebt, etwa als barrierefreie Ferienwohnung am Bodensee mit flachen Uferwegen oder als barrierefreie Ferienwohnung im Allgäu mit Blick auf die Berge. Wer eine rollstuhlgerechte Ferienwohnung in Deutschland sucht, findet in Ferienregionen oft mehr geprüfte Angebote als in Großstädten.
In der Stadt ist das Angebot knapper, weil viele Wohnungen in Altbauten mit Stufen und ohne Aufzug liegen. Barrierefreie Angebote sind auch bei Ferienwohnungen in München selten, besonders in den Gründerzeitvierteln mit Hochparterre. Eine barrierefreie Ferienwohnung in München finden Sie eher in Neubauten, prüfen Sie die Angaben aber immer im Einzelfall.
Neben klassischen Ferienwohnungen lohnt der Blick auf neuere Häuser mit Apartments und Hotelservice. In Neubauten sind Aufzug und stufenloser Zugang häufiger, weil Bauordnungen heute barrierefreie Wohnungen vorschreiben. Ob ein Aparthotel in München auch rollstuhlgerechte Apartments hat, steht aber nicht automatisch fest, fragen Sie auch dort nach Maßen.

Urlaub barrierefrei: unterwegs in München
Wer in München eine passende Unterkunft gefunden hat, kommt in der Stadt vergleichsweise gut voran. Laut MVV sind alle 100 U-Bahnhöfe stufenfrei erreichbar, bei der S-Bahn sind es rund 85 Prozent der 150 Stationen (Stand Oktober 2026). Ob ein Aufzug gerade funktioniert, erfahren Sie für die U-Bahn bei der Betriebsleitstelle unter 089 21 91 33 33, für die S-Bahn bei der 3S-Zentrale unter 089 1308 1055.
U-Bahn, Tram und Bus
Fast alle Trambahnen sind über Hublifte oder Klapprampen zugänglich, 126 von 148 Tramhaltestellen gelten als barrierefrei. Stadtbusse mit Rollstuhlsymbol haben eine Klapprampe an der mittleren Tür, die bis 250 kg trägt, ein roter Knopf neben der Tür meldet Sie beim Fahrer an. In der U-Bahn warten Sie am vorderen Ende des Bahnsteigs: In den älteren B-Zügen legt das Fahrpersonal seit 2026 bei Bedarf eine Faltrampe an der ersten Tür an.
Für Wege, die Sie nicht allein fahren möchten, bietet die Stadt München einen kostenlosen Begleitservice für Bus und Bahn an. Er fährt montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr im Stadtgebiet und muss mindestens zwei Werktage vorher bestellt werden, telefonisch unter 089 544 91 89 20 (Stand Oktober 2026).
Stadtführungen und Ausflugsziele
München Tourismus vermittelt eine barrierefreie Altstadtführung, bei der geschulte Guides die Route vom Marienplatz über Frauenkirche und Odeonsplatz bis zum Viktualienmarkt an Gäste mit Rollstuhl, Gehbehinderung, Seh- oder Hörbehinderung anpassen. Die Führung dauert rund zwei Stunden und wird als Gruppe gebucht. Die Tourist Information am Marienplatz beantwortet Fragen vor Ort, auf den Rathausturm führt ein Aufzug.
Bei Schloss Nymphenburg gibt es laut Schlossverwaltung links vom Haupteingang einen stufenlosen Zugang, ein Aufzug mit 135 × 87 cm Kabine führt zu den Schauräumen im Obergeschoss, und das Marstallmuseum ist ebenerdig. Im Park sind die Wege überwiegend befahrbar, die Amalienburg erreichen Sie über mobile Rampen, Badenburg und Magdalenenklause nur über Stufen.
Fußballfans finden in der Allianz Arena laut FC Bayern 324 Rollstuhlplätze, 130 Behindertenparkplätze und eine Audiodeskription für sehbehinderte Fans, an spielfreien Tagen gibt es spezielle Führungen für Rollstuhlfahrer. Tickets für Rollstuhlplätze laufen über eigene Kontingente, die Sie früh anfragen sollten.
Zur Bavaria Filmstadt ist der Weg von der Tramhaltestelle laut Anbieter asphaltiert und barrierefrei, Schwerbehinderte bekommen an der Tageskasse eine Ermäßigung. Ob alle Kulissen der Führung mit dem Rollstuhl erreichbar sind und ob Sie das 4D-Kino nutzen können, klären Sie am besten vorab direkt beim Anbieter.
Hilfsmittel vor Ort mieten
Nicht jedes Hilfsmittel passt ins Auto oder in den Zug. Viele Sanitätshäuser verleihen Duschhocker, Toilettensitzerhöhungen, Rollatoren, Rollstühle und teils Pflegebetten auch tageweise oder wochenweise und liefern an die Ferienadresse. In München nennt München Tourismus einen Verleih für Rollstühle, Rollatoren und Elektro-Scooter am Stachus.
Bestellen Sie früh, vor allem Pflegebetten und Lifter, und klären Sie mit dem Vermieter, ob das Bett durch Tür und Flur passt und ob die Lieferung angenommen werden kann. Für öffentliche Toiletten lohnt sich der Euroschlüssel, mit dem sich viele barrierefreie WCs in Deutschland öffnen lassen. Barrierefreie Toiletten in München zeigt außerdem ein Toilettenfinder der Stadt.
Mit Assistenzhund in die Ferienwohnung
Seit 1. Juli 2021 regelt § 12e Behindertengleichstellungsgesetz, dass Menschen mit Behinderung mit ihrem Assistenzhund, etwa einem Blindenführhund, Einrichtungen betreten dürfen, die für den allgemeinen Publikumsverkehr zugänglich sind. Für Gaststätten, Geschäfte und Museen ist das klar. Bei einer einzelnen privat vermieteten Ferienwohnung ist die Lage weniger eindeutig, deshalb gehört der Assistenzhund schon in die erste Anfrage.
Ein Assistenzhund ist rechtlich kein Haustier, viele Gastgeber unterscheiden das aber nicht und verweisen auf ein generelles Hundeverbot. Eine schriftliche Zusage vor der Buchung erspart Diskussionen bei der Ankunft. Reisen Sie mit einem Familienhund, der kein Assistenzhund ist, finden Sie Tipps für den Urlaub mit Hund in München auf einer eigenen Seite. Diese Hinweise sind allgemeine Informationen und keine Rechtsberatung.
Fazit
Eine barrierefreie Ferienwohnung finden Sie am sichersten über geprüfte Angaben wie „Reisen für Alle“ und über konkrete Maße für Zugang, Türen, Dusche und Bett, die Sie sich vor der Buchung schriftlich bestätigen lassen.
Häufige Fragen zur barrierefreien Ferienwohnung
Was ist der Unterschied zwischen barrierefrei und rollstuhlgerecht?
Rollstuhlgerecht ist die strengere Stufe. Nach DIN 18040-2 reichen in einer barrierefreien Wohnung Bewegungsflächen von 120 × 120 cm und Türen ab 80 cm lichter Breite innerhalb der Wohnung, rollstuhlgerecht („R“) verlangt 150 × 150 cm, Türen ab 90 cm und schwellenlose Übergänge. Eine barrierefreie Ferienwohnung kann deshalb für Gäste mit Rollator passen, für einen Rollstuhl aber zu eng sein.
Woran erkenne ich eine geprüfte barrierefreie Ferienwohnung?
Am verlässlichsten an der Kennzeichnung „Reisen für Alle“. Dabei erheben geschulte Prüfer die Daten vor Ort, die Kennzeichnung gilt drei Jahre. Die Stufe „Barrierefreiheit geprüft“ zeigt mit Piktogrammen, für welche Gruppen die Kriterien teilweise oder vollständig erfüllt sind.
Welche Türbreite braucht eine rollstuhlgerechte Ferienwohnung?
Nach DIN 18040-2 mindestens 90 cm lichte Breite für Türen in der Wohnung und für Bad und WC, der Hauseingang sollte bei rollstuhlgerechten Gebäuden 100 cm breit sein. Fragen Sie nach der lichten Breite, also dem Maß zwischen Zarge und geöffnetem Türblatt, nicht nach der Breite des Türblatts.
Was bedeutet barrierearm bei einer Ferienwohnung?
Barrierearm ist kein genormter Begriff. Gemeint ist meist, dass es weniger Stufen und eine bodengleiche oder flache Dusche gibt, die Maße der DIN 18040-2 aber nicht vollständig erfüllt sind. Lassen Sie sich bei solchen Angeboten immer konkrete Maße und Fotos schicken.
Welche Fragen sollte ich dem Vermieter einer barrierefreien Ferienwohnung stellen?
Fragen Sie nach Stufen am Eingang, Aufzugsmaßen, lichten Türbreiten, der Dusche (bodengleich, Größe, Duschsitz), Haltegriffen am WC, der Höhe des Betts und dem Platz daneben sowie nach einem Parkplatz nahe am Eingang. Bitten Sie um Fotos von Eingang, Bad und Schlafzimmer und lassen Sie sich die Antworten schriftlich bestätigen.
Ist München barrierefrei mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar?
Weitgehend ja. Laut MVV sind alle 100 U-Bahnhöfe stufenfrei erreichbar, bei der S-Bahn sind es rund 85 Prozent der 150 Stationen, und fast alle Trambahnen sowie die Stadtbusse haben Niederflur oder Klapprampen (Stand Oktober 2026). Vor der Fahrt lohnt ein Blick in die Fahrtauskunft, weil einzelne Aufzüge ausfallen können.
Darf ich mit Assistenzhund in eine Ferienwohnung?
Seit 1. Juli 2021 regelt § 12e Behindertengleichstellungsgesetz den Zutritt mit Assistenzhund zu Einrichtungen, die für den allgemeinen Publikumsverkehr zugänglich sind. Ob das für eine einzelne privat vermietete Ferienwohnung gilt, ist nicht eindeutig, klären Sie es deshalb vor der Buchung schriftlich mit dem Vermieter.


